Ohne Fragen keine Antwort.

(Aus England)
Was ist ein Plusenergiehaus?

Ein Plusenergiehaus kann im Laufe eines Jahres mehr Energie selbst erzeugen, als es für den Eigenbedarf benötigt. Hierin eingeschlossen ist die Energie für die Beheizung, die Warmwassererzeugung und den Haushaltsstrom (Kochen, Kühlschrank und sonst. Elektrogeräte). Im Idealfall reicht die selbsterzeugte Energie auch für das Elektroauto.

Natürlich ist ein solches Gebäude nicht energieautark, weil im Sommer Energieüberschüsse in das Stromnetz eingespeist und im Winter fehlende Energie aus dem Netz entnommen werden.

Ist Stroh überhaupt ein Baustoff?

Stroh ist ein Baustoff mit langer Tradition. Mit Strohballen wird seit der Erfindung der Strohballenpresse im 19. Jahrhundert gebaut. Seit 2006 ist Stroh in Deutschland ein bauaufsichtlich anerkannter Baustoff. Das älteste strohgedämmte Haus in Europa steht seit 1921 in Frankreich.

Sind strohgedämmte Häuser stabil?

Die Geschichte vom Wolf und den drei Schweinchen ist nur ein Märchen. Fachgerecht gebaute Häuser mit Strohdämmung sind so stabil, sicher und langlebig wie andere Häuser auch.  Wie fachgerechtes Bauen mit Stroh geht, steht in der Strohbaurichtlinie des Fachverbands StrohballenbauDeutschland e.V. (FASBA).

Sind Mäuse und Ungeziefer ein Risiko im Strohbau?

Bei fachgerecht ausgeführten Strohballenbauteilen ist das Stroh durch das lückenlose Verschließen der Oberflächen des Bauteils mit Putz oder anderen Bekleidungen gegen das Eindringen von Mäusen und anderem Ungeziefer geschützt.

Ein strohbauspezifisches Mäuseproblem gibt es nicht!
Dies bestätigt auch der Fachverband Strohballenbau Deutschland e.V..

Ist Schimmel ein Risiko in strohgedämmten Häusern?

Stroh ist - wie andere Baustoffe auch - feuchteempfindlich und muss deshalb stets vor Feuchte geschützt werden - auch während des Bauprozesses. Fachgerecht errichtete strohgedämmte Gebäude sind feuchtetechnisch sicher und schimmeln nicht. Die baulichen Anforderungen dafür sind umfassend erforscht und bauaufsichtlich anerkannt.

Brennen Strohballenhäuser leicht ab?

Loses Stroh ist leicht entflammbar. Bei verdichtetem Stroh z.B. in Form von Strohballen sind die Halme durch die Pressung nicht mehr von Luft umgeben (Telefonbucheffekt). Dadurch gilt das Material als normalentflammbar genau wie Holz auch. Mit entsprechenden Verkleidungen erfüllen strohgedämmte Gebäude übliche Brandschutzanforderungen wie F30, F90 und K60. Näheres dazu finden Sie im Kapitel 3.1.2 der Strohbaurichtlinie 2019.

Warum schützt Bauen mit Stroh das Klima dreifach?

Beim Getreidewachstum wird der Atmosphäre CO₂ entzogen und im Stroh für die gesamte Nutzungsdauer des Gebäudes gespeichert.

Bei der Herstellung von Baustrohballen wird im Vergleich mit anderen Baustoffen nur minimal Energie verbraucht und CO₂ ausgestoßen.

Als Wärmedämmung spart das Stroh im Gebäudebetrieb Heizenergie ein, so dass auch dadurch
CO₂-Ausstoß vermieden wird.

Eine Ökobilanzstudie kam zu dem Ergebnis, dass Strohbauten besonders energieeffizient sind, denn
mit der Menge an Energie, die für die Herstellung eines konventionellen Massivbaus benötigt wird, kann man einen Strohbau errichten und 69 Jahre beheizen (Broschüre „Strohgedämmte Gebäude“, Hrsg. Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe, S. 10.).

Welches Stroh ist als Dämmstoff geeignet?

Wir verwenden für unsere Bauprojekte Roggenstroh  von mecklenburgischen Feldern. Weizen- und Roggenstroh sind am besten für das Bauen geeignet, grundsätzlich können aber bis auf Hafer auch alle anderen Strohsorten verwendet werden (Dinkel, Triticale, Gerste). Hafer hat eine zu weiche Halmstruktur.

Wie sollten Baustrohballen beschaffen sein?

Das Stroh muss trocken sein und darf nicht schimmlig riechen. Die Halme des Strohs sollten möglichst lang und unbeschädigt sein (nicht kleingehäckselt). Der Strohballen soll die Form eines Quaders haben. Dabei sollen die Kanten gerade und die Oberflächen eben sein. Der Strohballen soll so fest gepresst sein, dass es nicht oder nur schwer möglich ist, eine gestreckte Hand zwischen die einzelnen Strohschichten zu schieben. Weiteres zu „Anforderungen an Baustrohballen“ finden Sie unter www.baustroh.de.

Was ist besser zum Bauen geeignet: Bio- oder konventionelles Stroh?

Es ist möglich, sowohl konventionelles als auch ökologisch angebautes Stroh zu verwenden. Bei Bio-Stroh ist meistens der Anteil der Beikräuter höher, da diese nicht durch Pflanzenschutzmittel beseitigt werden. Die Beikräuter verrotten mit der Zeit, was Stroh nicht tut. Bei geringem Beikräuteranteil ist das jedoch kein Problem.

Wir von der Schelfbauhütte verwenden das konventionelle Stroh des Landwirts Dr. Hubertus Schulz aus der Schweriner Region.

Bei Messungen des Schadstoffgehalts in Innenräumen von Strohballengebäuden wurde kein signifikanter Unterschied zwischen derVerwendung von konventionellem Stroh und Bio-Stroh festgestellt.

 

Wird das Stroh vor dem Einbau behandelt?

Nein. Die Strohballen werden so verbaut, wie sie gepresst wurden – ob auf dem Acker oder in einer Umpressanlage. Die gelben Quader werden mit keinerlei Mitteln behandelt. Sie sind Natur pur!

Auch wenn die Ballen eingelagert und zu einem späteren Zeitpunkt verbaut werden, brauchen sie keine "eigenschaftsverbessernden Zusätze“. Das gilt für konventionelles Stroh genauso wie für das Stroh von ökologisch angebautem Getreide.

Welches Format haben die Baustrohballen?

Baustrohballen können grundsätzlich verschiedene Maße haben.
Bei unseren Bauprojekten verwenden wir Strohballen mit den Maßen: 0,85 x 0,49 x 0, 36 m.

Wie gut dämmt Stroh?

Strohballen sind ein hervorragendes Dämmmaterial.

Der Fachverband Strohballenbau erklärt hierzu: "Mit Strohballen lassen sich alle Dämmstandards erreichen: vom bloßen Einhalten des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) als gesetzlicher Mindeststandard bis hin zum Effizienzhaus 55 bzw. 40 (Plus) oder sogar Passivhaus."

Und hier noch ein paar Fachbegriffe und Zahlen:

Der Wärmedurchgangskoeffizient beträgt 0,049W/(m*K) (Bemessungswert) und ist damit praktisch ebenso gut wie der von Mineralwolle oder Zelluloseflocken (hier beträgt er ca. 0,04W/(m*K)).

Wir finden daher den Dämmstoff aus der Natur eine hervorragende Wahl und setzen ihn sowohl bei Sanierungen als auch bei Neubauten ein!

Wie gut schützt Baustroh vor sommerlicher Hitze?

Stroh kann, wie alle zellulosehaltigen Baustoffe, Wärme (bzw. Kälte) speichern. Die mit Stroh gedämmten Bauteile puffern Temperaturschwankungen, die im Sommer zwischen hohen Tagtemperaturen und niedrigeren Nachttemperaturen entstehen. Dadurch haben strohgedämmte Gebäude gegenüber mit Mineralwolle oder Polystyrol gedämmten Gebäuden ein ausgeglicheneres Raumklima.

Warum ist das Raumklima in den Bausatzhäusern der Schelfbauhütte so angenehm?

Das kommt durch die Verwendung von natürlichen Baustoffen wie Holz und Stroh. Diese können nicht nur Wärme speichern, sondern auch Feuchtigkeit aus der Raumluft aufnehmen und wieder abgeben. Dadurch entsteht ein ausgeglichenes Raumklima. Eine ausgeglichene Luftfeuchtigkeit, wie auch angenehme Temperaturen tragen zu unserem Wohlempfinden in Gebäuden bei.

Gibt es Besonderheiten bei der Baugenehmigung eines Strohballenhauses?

Die Baugenehmigung eines strohgedämmten Gebäudes erfolgt wie bei anderen Gebäuden, wenn als Bauprodukt ausgewiesene Baustrohballen verwendet werden. Andernfalls muss eine Zustimmung im Einzelfall erwirkt werden.

Verkauft die Schelfbauhütte® auch Baustroh?

Unsere Strohballen werden durch die Baustroh GmbH als Baustrohballen ausgewiesen. Je nach Lagerbestand können wir diese auch verkaufen. Bei größeren Mengen sollte die Bestellung bei uns sechs Monate vor der Ernte erfolgen.

Nimmt das Bauen mit Stroh den Landwirt*innen das Stroh weg?

Das jährlich in Deutschland nachwachsende Stroh würde für rund 1,7 Mio. Einfamilienhäuser reichen. Derzeit entstehen laut der Baustroh GmbH pro Jahr 50–100 strohgedämmte Gebäude.