Philosophie

Über 50 historische, oft denkmalgeschützte Gebäude hat die schelfbauhütte aufwendig und mit viel Liebe zum Detail bisher saniert. Wir sehen den Denkmalschutz nicht als Hindernis, sondern als Herausforderung. Zahlreiche junge Familien haben dadurch in der Innenstadt ein Zuhause gefunden.

Wir haben uns in besonderer Weise der Gebäude angenommen, die über Jahre und Jahrzehnte leer standen. Gebäude, die wegen ihres desolaten Zustandes keiner mehr haben wollte, konnten wir erhalten und neu beleben. Dadurch konnten wir einen erheblichen Beitrag zur Steigerung der Attraktivität vor allem der Schelfstadt in der Landeshauptstadt Schwerin und in der Innenstadt von Güstrow [Link Projekte] leisten.

Um unsere Unternehmensphilosophie zu veranschaulichen, haben wir sie in Leitsätze formuliert:
Bestandschutz: Die Bewahrung des Bestandes und der Umgang mit dem vorhandenen Gebäude ist für uns der erste ökologische Ansatz. Nicht nur die Geschichte des Hauses wird bewahrt und fortgeschrieben. Die Bauruine, das zerfallene Gebäude oder das zu sanierende Haus werden als Rohstoffquelle genutzt (Urban Mining). Historische Gebäude sollen bei der Sanierung ihre Authentizität behalten. Es wird möglichst viel originale Bausubstanz erhalten, die das Unverwechselbare eines Hauses ausmacht.

Alte Türen, Wandvertäfelungen und historische Treppenanlagen werden mit großer handwerklicher Sorgfalt aufgearbeitet und wieder eingebaut. Die statische Gebäudestruktur wird möglichst wenig verändert und schonend instand gesetzt. Hier kommen alte Handwerkstechniken zum Einsatz, die Maler, Maurer, Zimmerer und Tischler wieder erlernen mussten.
Wiederverwendung alter Baustoffe: Die Wiederverwendung vorhandener Baustoffe verstehen wir als cradle-to-cradle [Link] in der Stufe 2: Nutzen statt wegwerfen

Prinzipiell werden sämtliche Baustoffe, die bei Abbrucharbeiten anfallen, auf ihre Wiederverwendbarkeit überprüft. Dies gilt u.a. für Lehm-, Ziegel- und Natursteine, alte Eichen- oder Nadelholzbalken, Dielenbretter, alte Bretter- und Rahmen-Füllungstüren, alte Treppen und Treppengeländer, alte Beschläge und handgestrichene Dachziegel.
Ökologische Baustoffe: Bei den Sanierungen historischer Gebäude und bei den Neubauten werden konsequent ökologische Baustoffe eingesetzt. Hierzu zählen Dämmstoffe aus Baustroh [link], Hanf oder Zellulosefasern, Lehmputze und Leinöl-, Silikat- oder Kalk-Kasein-Farben.

Diese Philosophie übertragen wir nicht nur auf Wohngebäude, sondern auch auf den modernen Städtebau. So entwickeln wir seit 2012 in der Landeshauptstadt Schwerin einen neuen Ökostadtteil - die alte Brauerei [link].
cradle-to-cradle: Unsere Neubauten werden nach dem cradle-to-cradle-Prinzip konzipiert und im Lebenskreislauf ERSTELLUNG-NUTZUNG-RÜCKBAU betrachtet. Bereits bei der Neubau-Planung denken wir an den Abriss und die Wiederverwendung der Baustoffe. So verwenden wir sichere ökologisch unbedenkliche und wiederverwendbare Rohstoffe. Die Rohbauten sind aus zusammengesteckten und verschraubten Hölzern der heimischen Forstwirtschaft, die Dämmung aus Baustroh kommt von den Feldern Mecklenburgs. Nach der Lebenszeit kann das Gebäude einfach wieder abgebaut und die Wertstoffe zurückgewonnen werden. So kommt beispielsweise das Baustroh wieder in den biologischen Kreislauf - zurück auf den Acker.
Historische Gebäude mit modernem Ansatz: Die Umnutzung oder Neunutzung historischer Gebäude verlangt eine sensible Planung. Durch möglichst geringe Eingriffe in die historische Gebäudesubstanz können Wohnräume erweitert und ausreichend belichtet werden. Zeitgemäße Ergänzungen (z.B. Balkonanlagen, zusätzliche Fensterelemente) und moderne Funktionalität müssen mit Gefühl dem historischen Gebäude implantiert werden.

Energieeffizienz für Alt- und Neubauten: Ein wichtiges Thema ist der heute erforderliche Wärmeschutz von Außenbauteilen. In unserem Unternehmen haben wir einen eigenen Wandaufbau für Innendämmungen bei Fachwerkwänden entwickelt.

So konnten auch bei hochkarätigen Denkmalen wie die Puschkinstraße 36 [link] oder der Schelfmarkt 1[link] ein Niedrigenergiehausstandard erreicht werden. Moderne Heizungstechnik, Solaranlagen und 3fach-Verglasungen bei Fenstern mit historischer Sprossenteilung tragen mit dazu bei, den Energieverbrauch des Denkmals genauso niedrig zu halten, wie in einem modernen Neubau.
Gestaltung im Einklang: Die charakteristischen Bauteile historischer Gebäude werden mit hohem handwerklichem Aufwand und mit alten Techniken instand gesetzt. Mit Respekt vor dem denkmalgeschütztem Gebäudebestand erlauben wir uns aber auch Ergänzungen oder Eingriffe in zeitgemäßer Formensprache. Neu und Alt werden deutlich differenziert. Das ergänzende Bauteil hebt sich durch Form, Material oder Farbe vom historischen Gebäude ab. Für die moderne Form können historische Formen Vorbild sein. In der Puschkinstraße 36 [link]haben wir z. B. in den Wohnungen neue Brettertüren mit Kastenschlössern hergestellt. Die Kastenschlösser wurden aus 450 Jahre alten Eichenholz hergestellt, das im Gebäude gefunden wurde.
Engagement für die Region: Seit der Gründung der schelfbauhütte in der Schelfstadt engagieren wir uns für den Erhalt der Baugeschichte in Landeshauptstadt Schwerin. Unter anderem haben wir auch einige unscheinbarere Gebäude in Blockinnenbereichen saniert. Diese ehemaligen Ställe oder Werkstattgebäude in Wohnhäuser umzunutzen, war eine besondere Herausforderung. Wo Freiflächen früher versiegelt waren oder Garagen standen, wurden inzwischen Gärten angelegt (Landreiterstraße 1c und 3c, Schelfstraße 8, 8a und 8b, Bergstraße 17 Hinterhaus [link]).

Seit 2010 engagieren wir uns auch für die Quartiersentwicklung in der Barlachstadt Güstrow. So wurde zwischen Mühlenstraße, Hollstraße und Lange Straße ein zusammenhängendes Altstadtquartier entwickelt. Hier werden dieses Jahr weitere denkmalgeschützte Objekte fertiggestellt.

Mit der Entwicklung eines neuen Öko-Stadtteil, die alte Brauerei in der Landeshauptstadt Schwerin wird ein städtebaulicher Missstand, der über 20 Jahre dauerte, beendet. Die ersten Industriegebäude sind saniert und umgenutzt. Hier wohnen mittlerweile 22 Familien, ein Arzt hat hier seine Praxis und 16 Architekten, Ingenieure und Kaufleute arbeiten hier im Schwerin ersten c2c-Gebäude. Durch die Fertigstellung eines öffentlichen Uferweges ist die direkte Anbindung der weiter nördlich liegenden Baugebiete und die Durchquerung des vorher abgesperrten Brauereigeländes ermöglicht worden.

In Brüel hat ein privater Investor mit unserer Unterstützung ein Wohnhaus saniert [link Schweriner Straße 1, Brüel] und somit ein erstes Zeichen gesetzt für die Wiederbelebung regional schwacher Städte.

 

 

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